Raumklima › Kaufberatung

Hygrometer, Luftentfeuchter, Klimagerät: Worauf du vor dem Kauf achten solltest

Die Zahl auf dem Karton passt selten zu deinem Raum: Entfeuchter werden bei Tropenklima gemessen, Klimageräte ohne den Verlust durch den Abluftschlauch. Diese Checkliste nennt die Punkte, die wirklich einen Unterschied machen. Ohne Produktnamen, ohne Testurteile.

Checkliste Hygrometer

  1. Erst messen, dann kaufen. Ein Hygrometer ist das kleinste Gerät auf dieser Seite und sagt dir, ob du überhaupt ein Problem hast. Miss eine Woche lang morgens und abends.
  2. Genauigkeit zählt. Zeigt das Gerät fünf Prozentpunkte zu wenig an, liegt der Taupunkt bei 20 °C in Wahrheit 1,4 Grad höher (10,7 °C statt 9,3 °C). Achte auf die Angabe der Messabweichung in den Herstellerdaten.
  3. Richtig aufstellen. Nicht in die Sonne, nicht über die Heizung, nicht direkt an die Außenwand. Für die Wand selbst brauchst du die Oberflächentemperatur – ein Infrarot-Thermometer misst sie.
  4. Ein zweites für draußen oder den Keller. Ob Lüften hilft, entscheidet der Vergleich von drinnen und draußen. Zum Lüften-Rechner.

Checkliste Luftentfeuchter

  1. Nennleistung umrechnen. Die Literzahl gilt meist für 30 °C und 80 %. Im Wohnraum bleiben als Richtwert 40 %, im kühlen Keller 25 %. Für 1,9 Liter Feuchte am Tag und 12 Stunden Laufzeit brauchst du im Wohnraum rund 9 Liter Nennleistung. Zum Rechner.
  2. Bauart nach Raumtemperatur. Kompressorgeräte für beheizte Räume. Für Räume unter etwa 15 °C ein Adsorptionsgerät – oder ein Kompressorgerät, dessen Hersteller eine Leistung für diese Temperatur nennt.
  3. Leistungstabelle verlangen. Seriöse Datenblätter nennen die Entfeuchtung bei mehreren Temperaturen. Steht nur ein Wert da, ist es der beste.
  4. Hygrostat. Das Gerät soll bei erreichter Feuchte abschalten. Ohne Hygrostat läuft es durch, trocknet zu weit und verbraucht unnötig Strom.
  5. Tank oder Schlauch. Bei 1,9 Litern am Tag ist ein Tank mit 2 Litern nach rund 13 Stunden voll, dann schaltet das Gerät ab. Für Keller und Dauerbetrieb zählt ein Schlauchanschluss mit Ablauf.
  6. Leistungsaufnahme. 300 Watt über 12 Stunden kosten bei 35 Cent je kWh 1,26 € am Tag. Mit deinen Werten rechnen.
  7. Lautstärke. Die Angabe in Dezibel steht im Datenblatt. Im Schlafzimmer zählt sie mehr als jeder Liter.
  8. Abwärme einplanen. Das Gerät gibt Strom und Kondensationswärme an den Raum ab – im Winter willkommen, im Sommer lästig.

Checkliste Klimagerät

  1. Kühllast rechnen, nicht raten. 20 m² normaler Wohnraum brauchen rund 2.000 W (6.800 BTU/h), unter dem Dach 2.400 W (8.200 BTU/h). Zum Rechner.
  2. Bauart vor Leistung. Ein Gerät mit einem Abluftschlauch verliert bei 32 °C draußen und 300 m³ Abluft je Stunde (Beispielwert) rund 612 W. Zwei Schläuche oder ein Splitgerät vermeiden das. Zum Vergleich.
  3. Fenster abdichten. Ein gekipptes Fenster mit lose hängendem Schlauch lässt die Wärme sofort zurück. Die Abdichtung muss zu deiner Fensterart passen (Dreh-Kipp, Dachfenster, Schiebefenster).
  4. Effizienz vom Energielabel. Der EER sagt, wie viel Kühlleistung je Watt Strom herauskommt. Bei 2.000 W Kühllast macht der Unterschied zwischen EER 2,6 und 3,5 je Stunde 7 Cent aus.
  5. Nicht zu groß. Ein stark überdimensioniertes Gerät ohne geregelten Verdichter schaltet ständig ein und aus und entfeuchtet schlechter.
  6. Lautstärke. Bei mobilen Geräten sitzt der Verdichter im Raum. Die Dezibel-Angabe steht auf dem Energielabel.
  7. Kondenswasser. Klär, ob das Gerät das Wasser selbst verdunstet, einen Tank hat oder einen Ablauf braucht.
  8. Splitgerät: erst fragen. Außengerät und Wanddurchbruch brauchen in der Mietwohnung die Zustimmung des Vermieters, im Mehrfamilienhaus die der Eigentümergemeinschaft. Den Einbau macht ein zertifizierter Fachbetrieb.

Wann du besser nicht kaufst

Strom und Geräte: Für Aufstellung, Abstände, Reinigung und Betrieb gilt die Anleitung des Herstellers. Geräte mit hoher Leistung gehören direkt in eine Wandsteckdose, nicht an eine Mehrfachsteckdose. Kondenswasser aus Entfeuchter und Klimagerät ist kein Trinkwasser. Splitgeräte enthalten Kältemittel im offenen Kreislauf: Einbau und Inbetriebnahme sind Sache eines zertifizierten Fachbetriebs.

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